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Oktober 2010 – Für ihr Forschungsprojekt „Formulating the basis for personalized molecular therapies against melanoma: targeting signal pathways in distinct disease genotypes“ erhält Dr. med. Benedetta Belloni das MSD-Stipendium 2010 Onkologie in Höhe von 12.000 Euro. Die Verleihung fand am 1. Oktober im Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie in Berlin statt.
 
Das therapeutische Arsenal für Patienten mit fortgeschrittenem, metastasiertem malignen Melanom ist sehr begrenzt. In mehr als hundert Studien konnte von keiner der geprüften Therapien ein weiterer Nutzen gegenüber bisherigen Therapien gezeigt werden. Ein neuer Ansatz, der die Komplexität der individuellen Tumorbiologie widerspiegelt, scheint erforderlich. Genau hier setzt das Forschungsprojekt von Dr. Benedetta Belloni an. An der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, hat Dr. Belloni zusammen mit Professor Dr. Hein die Tumorsprechstunde mit dem Schwerpunkt malignes Melanom ausgebaut sowie eine Spezialsprechstunde für Patienten mit kutanen Lymphomen etabliert. Sie erwarb fundierte Kenntnisse in der Therapie und Diagnostik von Hauttumoren sowie in der klinischen und translationalen dermatoonkologischen Forschung vorwiegend auf Zellkulturebene.
 
Die Arbeitsgruppe um Professor Dr. R. Dummer von der Universität Zürich hat ein neues Paradigma zur Melanomprogression vorgeschlagen, das so genannte Phänotyp-Switching-Model. Danach schalten Krebszellen ihr molekulares Programm zwischen Proliferation und Invasion hin und her und treiben so die Metastasenbildung voran. Mit diesem Modell lässt sich die Vielfalt an Phänotypen innerhalb einer Läsion erklären, die demnach darauf beruht, dass die jeweilige Ausprägung des Phänotyps weniger von den Genen abhängt als vielmehr ein Produkt der jeweiligen Mikroumwelt ist. Die Heterogenität der Phänotypen, die mit den bisherigen Modellen zur Melanomprogression, wie z. B. der weit verbreiteten Krebs Stammzellen-Hypothese nicht ausreichend erklärbar ist, könnte auch für therapeutische Fehlschläge verantwortlich sein. Das Phänotyp-Switching-Modell konnte in einer vorläufigen Serie von Experimenten zur Wirksamkeit von Signalweg-Kinase-Hemmern bestätigt werden. Der wachstumshemmende Effekt war wesentlich vom Phänotyp der Zellen abhängig: Zellen mit Proliferationsphänotyp konnten in ihrem Wachstum gehemmt werden, jene mit invasivem Phänotyp dagegen nicht. Entsprechend der gängigen Vorstellung, dass stark proliferierende Melanomzellen für die Metastasierung verantwortlich sind, werden sie für in-vitro-Studien zur Testung antiproliferativer Therapien herangezogen – offenbar ein Irrtum, folgt man dem neuen Paradigma. Zudem führt die Kinaseinhibition offenbar dazu, dass Zellen ihren Phänotyp vom proliferativen zum invasiven ändern. Bei den bisherigen intermittierenden Therapien können sie sich so immer wieder erholen und damit die Tumorprogression fortsetzen.
 
Während ihres Forschungsaufenthaltes am Universitätsspital Zürich will Dr. Belloni in der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Reinhard Dummer neue Therapieansätze, so genante „targeted therapies“, beim Melanom in vitro und in vivo untersuchen und mit der bereits erfolgten Genotypisierung des Tumormaterials korrelieren. Dabei will sie eine Reihe von Verfahren erlernen, beispielsweise Invasions-, Motilitäts- und Proliferationsassays, Phänotypisierung anhand morphologischer Kriterien und Gene Expression Profiling. Darüber hinaus wird sie einen genaueren Einblick in klinische Studienabläufe bekommen. Nach ihrer Rückkehr will Dr. Belloni eine dermatoonkologische Arbeitsgruppe an der TU München aufbauen und die klinischen und experimentellen Studien weiterführen.

 
MSD-Stipendien in verschiedenen Forschungsgebieten
 
MSD vergibt jährlich Forschungsstipendien in Höhe von jeweils 12.000 Euro. Die Stipendien sollen jungen promovierten Humanmedizinern/-innen ermöglichen, bei einem mehrwöchigen Aufenthalt an einer Institution im In- oder Ausland neue wissenschaftliche Verfahrensweisen zu erlernen, um sie dann an ihrem Heimatinstitut bzw. an ihrer Heimatklinik zu implementieren. Die Auswahl des Stipendiaten trifft jeweils eine unabhängige Jury aus hochrangigen Wissenschaftlern. Informationen zum Bewerbungsmodus finden Interessenten im Internet unter www.msd.de/forschung/stip/stip_8300.html.

 
Ein Foto der Stipendiaten können Sie anfordern bei:
Elisabeth Sienz-Meier,
MSD SHARP & DOHME GMBH
Lindenplatz 1, 85540 Haar
Tel.: 089 4561-1349
Fax: 089 4561-1329
E-Mail: elisabeth.sienzmeier@msd.de

 
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Kurt Leidner
MSD SHARP & DOHME GMBH
Lindenplatz 1, 85540 Haar
Tel.: 089 4561-1130,
Fax: 089 4561-1329
E-mail: kurt.leidner@msd.de

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